Handschriften
Inkunabeln
Malerbücher
C-Handschriften
Sondersammlungen_

Die Sammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Handschriften der Dombibliothek Hildesheim speist sich aus unterschiedlichen Quellen. Neben der Herkunft aus dem Domkapitel, dem Priesterseminar und der Bibliothek des ehemaligen Jesuitenkollegs und späteren Gymnasiums Josephinum sind die Klöster aus Hildesheim und der Region zu nennen, außerdem Pfarrbibliotheken, Geschenke und Nachlässe sowie einzelne Neuerwerbungen.

Die Bibliothek besitzt eine Sammlung von rund 1000 neuzeitlichen Handschriften. Darunter finden sich Chroniken und Tagebücher bereits des 16. und 17. Jahrhunderts.

Zu den prominenten Stücken gehört das Tagebuch der Hildesheimer Bürgermeisterdynastie Brandis, das in mehreren zeitgenössischen und drei Abschriften des 19. Jahrhunderts aus der Zeit zwischen 1454 und 1661 berichtet. (Signatur: HS 73 – HS 78, HS 80)

Das zweibändige Tagebuch des Hildesheimer Stadtarztes und Stadtarchivars Conrad Jordan beschreibt die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Seine Niederschrift von 1659 umfasst die Jahre 1625 bis 1659. (Signatur: HS 179a/b)

Die älteste erhaltene Abschrift der Annalen des Hildesheimer Klerikers Johannes Oldecop von 1606 ist eine herausragende Quelle für die Reformationszeit vor allem in Stadt und Region Hildesheim.(Signatur: HS 81)

Hinzu tritt eine Fülle unterschiedlichen Materials: Kopial- und Protokollbücher, Klostergeschichtsschreibung, Handschriften zum Kirchenrecht, Professurkunden, Steuer- und Häuserlisten, Excerpte, Inschriftensammlungen etc.
 
Mittelalterliche Handschriften_

Bis zum Stichjahr 1520 umfasst die Sammlung mittelalterlicher Handschriften 230 Bände, die überwiegend im gedruckten Katalog Handschriften der Dombibliothek zu Hildesheim, Wiesbaden : Harrassowitz, 1991-1993, in zwei Bänden erschlossen sind. Eine Anzahl weiterer mittelalterlicher Werke, vor allem aus Klosterbesitz, außerdem neuere Erwerbungen, sind im Katalog allerdings nicht aufgeführt.

Der zeitliche Rahmen beginnt im zweiten Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts, also nach dem verheerenden Dombrand von 1013, mit dem Reichenauer Epistolar und Orationale (HS 688). Dabei sind liturgische oder theologische Inhalte nur zum Teil vertreten. Die Bandbreite reicht von medizinischen und juristischen Schriften bis zu den Klassikern und Humanisten.

Nach Abschluss des Katalogs neu erworben wurde eine Handschrift scholastischen Inhalts der Hildesheimer Fraterherren, entstanden 1478/80 (Signatur: HS 1051), ein Psalterium/ Brevier aus dem Hildesheimer Kloster der Augustinerchorherren, dem Sültestift, aus dem 13. Jahrhundert mit Bearbeitungen des 15. Jahrhunderts (Signatur HS 1062), sowie eine Handschrift des mystischen Traktats „Sieben Wege zur Ewigkeit“ des Franziskaners Rudolf von Biberach aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts (Signatur: HS J 37), das aus der Klosterbibliothek der Hildesheimer Magdalenerinnen stammt.