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Der Albani-Psalter ist eines der faszinierendsten Beispiele mittelalterlicher Buchmalerei. Die umfangreiche Bilderfolge mit brillant gemalten biblischen Szenen, farbkräftigen Bildern aus Heiligenviten und mehr als 200 großen goldverzierten Initialbuchstaben gehört zu den berühmtesten und in ihrer künstlerischen Originalität einmaligen Handschriften der Romanik. Die zeitlose Schönheit der biblischen Psalmen verbindet sich eindrucksvoll mit den expressiv und in leuchtender Farbigkeit gestalteten Miniaturen. Psalterhandschriften waren als persönliche Gebetbücher für Geistliche und Laien im Gebrauch. Eine auf deren Bedürfnisse abgestimmte Gestaltung macht diese Bücher deshalb auch zu einmaligen Zeugnissen mittelalterlicher Frömmigkeit.
Der Albani-Psalter erhält besondere Bedeutung durch seine Verbindung mit der Einsiedlerin Christina von Markyate und ihrem verehrten Förderer Abt Geoffrey von St. Albans. In den Bildern der Handschrift spiegelt sich Christinas ebenso leidenschaftliche wie von tiefer Spiritualität durchdrungene Beziehung zu Geoffrey. Dadurch wird der Albani-Psalter zu einem individuellen Zeugnis zweier ungewöhnlicher Persönlichkeiten.
Infolge der von Heinrich VIII. betriebenen Reformation kam es zu Verfolgungen der katholischen Orden in England. Auf abenteuerlichen Wegen gelangte der Psalter im 17. Jahrhundert durch geflüchtete englische Benediktiner in das Kloster Lamspringe. Von dort kam er in den Schatz der inzwischen zur Gemeinde Zum Heiligen Kreuz gehörenden ehem. Benediktinerabteikirche St. Godehard in Hildesheim und wird heute als Leihgabe in der Dombibliothek Hildesheim aufbewahrt. |